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Die Zweite Mannschaft des VfB 91 Suhl hält an ihrer Heimserie mit je einem Sieg und einer Niederlage fest, schafft jedoch gegen Sömmerda einen enorm wichtigen Sieg und hat den Klassenerhalt fest vor Augen. Zwei denkwürdige Spiele gab es am 19. Februar 2011 in der Suhler Aue zu bestaunen. Mit einem etwas kleineren Kader als sonst, D. Pfannschmidt und S. Blaufuß bei Landesklasse eingesetzt, S. Schön privat verhindert, standen die Suhlerinnen dem Ligaprimus vom HSV Weimar und dem Tabellennachbarn der BSG Einheit Sömmerda gegenüber.

Als erstes Spiel stand die schwere Begegnung gegen die Weimarerinnen auf dem Programm, doch der VfB II legte unbekümmert los und machte dem Tabellenführer das Leben schwer. Die schnelle 2-Punkte-Führung konnte Mitte des Satzes dank einer Aufschlagserie auf 16:8 ausgebaut werden. Danach versuchte Weimar sich in den Satz zurückzukämpfen, aber die Mädels des VfB konnten durch ein sicheres Annahmespiel und druckvollen Angriffen die Gäste in Schach halten und gewannen den 1. Satz völlig verdient mit 25:20. Der zweite Satz war dann jedoch eine klare Sache für Weimar. Schnell geriet das Team um Kapitänin Lenz ins Hintertreffen und musste vergeblich einem Rückstand hinterher jagen, somit ließ sich mit dem 17:25 der 1:1 Satzausgleich nicht verhindern. Dennoch gab sich das Team zu keinem Zeitpunkt auf und versuchte kämpferisch die Gäste, sehr aufschlagstark und im Angriff auch durch den klaren Größenvorteil überlegen, in Verlegenheit zu bringen. Dieses Feuer im Suhler Spiel spiegelte sich auch in Satz 3 wieder. Mit einer starken Annahme um Libera L. Schmidt und den gut aufgelegten Außenangreiferinnen, schien sich der erste Satz zu wiederholen und eine 15:10 Führung zwang das Gästeteam zur bereits zweiten Auszeit. Leider zeigte sich dann die ganze Erfahrung und Klasse der Mannschaft um die ehemalige Suhlerin A. Nagel und bei 17:17 musste die Zweite den Ausgleichspunkt hinnehmen. Spannend blieb es trotzdem bis zum Schluss, jedoch zu glücklos agierte man im Angriff und der 3. Satz ging mit 22:25 verloren. Dass man doch noch seine Außenseiterchance nutzen könne, daran glaubte das Suhler Team nicht mehr. Nahezu ohne Gegenwehr und leider völlig konzeptlos im Angriff, fügte man sich dem Schicksal und gab sich mit 15:25 und somit 1:3 nach Sätzen dem Gast aus Weimar, der dadurch auch rechnerisch nicht mehr vom Platz an der Sonne in der Thüringenliga zu verdrängen ist, geschlagen. Allerdings bot man dem neuen Meister in 3 Sätzen eine starke Partie und war phasenweise mehr als nur ebenbürtig und hätte durchaus einen weiteren Satzgewinn verdient gehabt.

So stark man gegen Weimar spielte, so groß war auch die Verwunderung über den Leistungsabfall im Spiel gegen Einheit Sömmerda. Der direkte Konkurrent um den Nichtabstieg spielte wahrlich keine gute Partie, aber die Suhler Mädels konnten nicht an die Leistung aus dem vorangegangenen Spiel anknüpfen. Ein niveauarmer erster Satz entwickelte sich mit vielen Rettungsaktionen auf beiden Seiten. Ein klares Spiel kam hüben wie drüben selten zustande und einige Punkte wurden über unorthodoxe Spielweise und Unaufmerksamkeit des Gegners gewonnen. Viele lange Ballwechsel ohne Druck im Angriff zerrten zusätzlich an den Suhler Kräften und Nerven und man sah sich beim 23:24 dem Satzball für Sömmerda gegenüber. Letztendlich drehte die Zweite mit viel Mühe den Satz zur 26:24 Führung und dem 1:0 nach Sätzen. Doch im zweiten Satz bot man den Anwesenden kein Grund zur Freude. Trotz guter Annahme erzeugte man im Angriff keine Gefahr. Drucklosigkeit im Aufschlag machten es dem Gegner einfach zu schnellen Punkten zu kommen. Mit 14:25 sahen die Eltern und Fans den wohl schlechtesten Satz der zweiten Suhler Mannschaft in dieser Saison an einem Heimspieltag. Mit jeder Menge Wut im Bauch konnten im 3. Satz diesmal die Damen aus Sömmerda weggeballert werden. Endlich mit dem nötigen Ehrgeiz und Willen siegte der VfB II mit 25:16 deutlich. Dafür ist umso unerklärlicher, warum man im vierten Satz erneut lethargisch und völlig verkrampft spielte. Nach vielen Unkonzentriertheiten war der 19:25 Satzverlust die logische Konsequenz und man durfte mal wieder über die volle Spieldistanz gehen: Der Tiebreak sollte das wichtige Spiel entscheiden, doch zunächst raubte Jennifer Seelig mit ihrer Aufschlagserie dem 5. Satz jegliche Spannung und Suhl führte zum Seitenwechsel bereits mit 8:1. Aber wieder schien der Feldseitentausch dem Team von Trainer Fritsch nicht zu bekommen und bei 10:9 musste mit einer Auszeit reagiert werden. Danach bündelten die VfB – Mädels nochmals all ihre Kräfte und ließen sich nicht mehr aus der Ruhe bringen, mit starken Angriffen über die Außen sowie dem nötigen Quäntchen Glück, welches im ersten Spiel noch fehlte, konnte der Gast aus Sömmerda mit 15:10 niedergerungen werden und 2 der 4 Punkte blieben nach dem 1:3 gegen Weimar und dem 3:2 gegen Sömmerda in Suhl.

Somit bleibt am Ende des Tages die Erkenntnis, dass die Zweite erneut gegen jeden Gegner mithalten kann und Spitzenteams am Rande der Niederlage hat. Jedoch, dass man auch gegen jeden Gegner verlieren kann, wenn die Einstellung und der Siegeswille nicht stimmen. Dass die 2 Punkte gegen Sömmerda Gold wert waren, zeigt der Blick auf die Tabelle mit nun 4 Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz (Sömmerda). Damit hat es der VfB Suhl II am kommenden Wochenende beim letzten Heimspiel der Saison gegen Pößneck und Gera selbst in der Hand, bereits vor dem letzten schweren Spiel in Altenburg, den Klassenverbleib in der Thüringenliga perfekt zu machen und das Abstiegsgespenst aus Suhl zu vertreiben.

Es spielten: J. Seelig. S. Menz, M. Eberhard, L. Schmidt, C. Schriever, E. Maschke, A. Habelt, J. Haspel, K. Lenz