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Freitag, Gebesee, 19:00 Uhr: Ungewohnter Tag, ungewohnte Zeit, ungewohnte Situation für ein Punktspiel der Thüringenligavertretung des VfB 91 Suhl. Da die gastgebenden Blau-Weißen zum angesetzten Spieltag keine Hallenzeit bekamen, einigten sich die Verantwortlichen der Vereine auf Einzelspiele zur Trainingszeit. Mit den Ausfällen durch Krankheit (L. Kälber, F. Zastrow) oder Verletzung (V. Vestner) sowie die kurzfristige Verhinderung von Cheftrainer Mathias Fritsch und einer Rückkehr ins Team (A. Habelt) sollte es sicherlich schwer werden, am Vorhaben aus der Vorwoche festzuhalten. Beinahe zu spät besannen sich die Suhlerinnen auf ihre Spielstärke und musste sich am Ende leider unglücklich mit 2:3 geschlagen geben. Trotz des einen Punktgewinns verlor das Team von Trainer Mathias Fritsch an Boden und belegt nun den 7. Platz der Thüringenliga.

"Der Gründe gibt es viele, aber unerklärlich bleibt die mangelnde Einstellung einiger Spielerinnen", versuchte der abwesende Cheftrainer sich an der Analyse des Spiels. "Es gelang manch einer Spielerin nicht sich adäquat auf das Spiel vorzubereiten, was sich von Beginn an zeigte", pflichtet Interims-Coach Tim Berks seinem Chef bei. Ohne Biss in Annahme und Abwehr, Einstellung in Sicherung und der Wille im Abschluss taumelten die Gäste durch die ersten beiden Sätze. Mit dem 19:25 und 21:25 war man noch gut bedient, zeigte man doch fast nie den Kampf um jeden Punkt. Dass es anders gehen kann, gelang ab dem 1:3 im dritten Satz. Nach lauter Auszeitansprache schien auch die Letzte aufgewacht. Die Suhlerinnen rappelten sich nun auf und kamen plötzlich mit mehr Selbstvertrauen und Spielstärke ins Spiel zurück. Durch mutiges Spiel gelangen jetzt auch schwierige Angriffsaktion, um endlich mit dem nötigen Aufwand in Annahme und Abwehr den Gegner sogar zu dominieren. Die Gäste waren in dieser Phase des Spiels kaum aufzuhalten und mit 25:21 und 25:19 glichen die Suhlerinnen zum 2:2 aus. Ein Punkt war sicher und der zweite sollte auch her. In weiten Teilen des Tiebreaks gelang es den Wind aus Satz drei und vier mit zu nehmen. Stets in Führung und im Sideout nahezu immer mit einer passenden Antwort auf Punkte Gebesees parat, war die Chance zum Spielgewinn da. Leider blieb sie ungenutzt. Kurz vor dem eigenen Matchball und gerade beim 14:13 verließ die Gäste das Glück und schlug sich auf die Seite der unaufhörlich kämpfenden Gastgeberinnen, welche ihre Chance gnadenlos nutzten und ihren ersten Matchball zum 16:14 und 3:2-Sieg verwandelten.

„Es sah lange Zeit so aus, als fahren wir nach einer Stunde heim und lassen uns hier kampflos mit 0:3 abschießen. Immerhin hat die Mannschaft dann eine Reaktion gezeigt und angefangen Volleyball zu spielen“, äußerte sich Coach-Ersatz Berks bereits kurz nach dem Spiel. Am Ende blieb die Erkenntnis zu spät angefangen und wieder einmal eine Chance liegen gelassen zu haben. Was der eine erkämpfte Punkt für den VfB Suhl wert sein wird, lässt jetzt noch nicht abschätzen. Klar ist, dass mit den Niederlagen gegen die "Top 3" (SWE III, Gebesee, USV) das Saisonziel aufs Podium zu klettern ein Dämpfer bekommen hat. Die Saison ist aber noch lang und in den nächsten Einheiten soll unaufhörlich an der Sicherheit gearbeitet werden, um in den restlichen Spielen bis zum Jahreswechsel in Schmalkalden und Jena sowie dem Heimspieltag gegen Gotha und Volley Juniors wichtige Punkte sammeln zu können.

Es spielten: S. Peter, M. Eberhard, C. Schriever, S. Conrad, M. Oeltermann, M. Schröder, K. Lenz, J. Becher, A. Habelt