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Weil zum "Freies Wort-Cup" der Bundesliga alle Kräfte des VfB benötigt wurden, musste das Heimspiel der Zweiten verlegt werden. Mit Zustimmung der Gegner einigte man sich auf den 2. November, welcher als Feriensamstag normalerweise spielfrei bleibt. Hochmotiviert und spielerisch stark präsentierten sich die Schützlinge von Trainer Mathias Fritsch. Mit dem 3:0 gegen Schmalkalden und dem 3:1 gegen Nordhausen gelang der Anschluss zur Spitzengruppe der Thüringenliga.

Mit dem Derby gegen Schmalkalden begann der Heimspieltag um 11 Uhr. Durch zahlreiche Ausfälle bei den Gästen verlor die Begegnung leider etwas an Brisanz. Aufgefüllt durch jüngere Spielerinnen versucht Schmalkalden die Klasse zu halten, was entgegen der letzten Jahre auch Neuland für die guten Freunde aus der Nachbarschaft sein wird. Zu Beginn des 1. Satzes sah das Publikum ein vorsichtiges Abtasten beider Mannschaften. Erst zur Mitte des Satzes erhöhte Suhl den Druck und brachte den Satz ungefährdet mit 25:20 nach Hause. Der 2. Satz ist kurz erzählt. Mit zwei Aufschlagserien von Vestner und wieder einmal Eberhard ging ein klarer 25:12 auf das Konto der Suhlerinnen. Unbeeindruckt des Rückstandes spielten die Gäste im 3. Satz frei auf und hielten das Spiel lange ausgeglichen. Bei 19:21 glückte der Schachzug, im Aufschlag Oeltermann für Becher zu bringen. "Wenn die Mannschaft dich braucht, bist du da", lobte Trainer Fritsch den Mut und den damit verbundenen Erfolg seiner Wechselspielerin, die den Satz mit druckvollem Aufschlag zum 25:21 und 3:0 Erfolg führte.

Nach kurzer Stärkung wartet mit dem Aufsteiger aus Nordhausen eine erfrischend aufspielende Mannschaft auf die Spielerinnen um Kapitän Vestner. Diese Frische stellten sie gleich im 1. Satz unter Beweis. Mutig auf Mitte und variabel im Aufschlag war es ein attraktives Spiel der beiden Mannschaften. Auch Suhl hielt mit hartem Aufschlägen und schnellem Angriffsspiel dagegen. Keine Mannschaft vermochte sich ein Vorteil zu erspielen. Nach fünf ungenutzten Satzbällen der Suhlerinnen fiel ein Fehler in der Aufstellung der Gäste auf. Bei 28:28 dauerte es einige Minuten bis das Spiel weiterlief. Die besseren Nerven behielten die Gastgeberinnen und entschieden Satz 1 mit 30:28 für sich. Unbeeindruckt vom spannenden und unglücklichen Satzausgang spielten die Gäste weiter mutig auf. Bei Suhl machte sich eine Lethargie breit, die dem stetigen Problem der zwei Heimspiele und einer mangelnden Motivation von innen wie von außen geschuldet schien. So konnten auch mehrere Wechsel den 20:25 Satzverlust nicht verhindern. Im 3. Satz dominierte Suhl das Spiel mit Druck im Aufschlag und über die Außenpositionen. Während Nordhausen über Mitte immer wieder für Nadelstiche sorgte, konnten sie doch nicht viel am 25:20 Satzerfolg für Suhl ausrichten. Mit wieder erstarkter Stimmung und dem Spielerfolg vor Augen kontrollierten die Gastgeberinnen den 4. Satz. Am Ende wurde es zwar nochmal eng, aber die Hausherrinnen machten den Sack mit 25:22 zu und besiegelten mit 3:1 den zweiten Erfolg des Tages.

"Die taktische Cleverness zwang heute die starken Nordhäuserinnen in die Knie", zollte der Trainer seiner Mannschaft Respekt und freute sich vor allem über Juliane Becher, die ihre sehr gute Form aus Altenburg bestätigte und zu Recht auf Außen viele Spielanteile genoss. "Dem geringen Trainingsaufwand in den Herbstferien zum Trotz müssen die beiden Siege als Pflicht verbucht werden, möchte das Team an seinen Zielen festhalten", fand Co-Trainer Tim Berks nüchterne Worte über den gelungenen Heimauftritt der Thüringenliga.

Am kommenden Wochenende hat Suhl erneut Heimrecht. Zu Gast ist diesmal Sonneberg und SWE III. Die Einen suchen nach Ausfällen ihre Form und sind mit dem vorletzten Platz mehr als unzufrieden. Die Anderen schauen in gewohnter Manier von der Spitzenposition auf die Konkurrenz und wollen diese sicher behalten. Die sicherlich wieder spannenden Spiele beginnen 11 Uhr in der Reinhard Heß-Halle und erfreuen sich hoffentlich erneut zahlreicher Zuschauer.