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Der Pokal bietet Jahr für Jahr die Möglichkeit sich als "Kleiner" mit den "Großen" messen zu können. Leider wird die Pokalverpflichtung immer wieder von einigen Mannschaften als Last empfunden und das Nichtantreten durch die zu geringen Sanktionen seitens des Verbandes billigend in Kauf genommen. Von diesen „schwarzen Schafen“ profitierend, ergab die Auslosung für den Gastgeber SVC Nordhausen (Oberliga) in der 5. Pokalrunde den Saisonhöhepunkt, als das Los auf SWE Volley-Team Erfurt II (Regionalligameister 2012) und VfB 91 Suhl II (Thüringenligavierter) fiel. Das kleine VfB-Team aus 7 motivierten Suhler Talenten setzte sich dabei klar 3:0 gegen Nordhausen durch und musste sich umkämpft 0:3 SWE II geschlagen geben.

Suhl war im ersten Spiel des Tages zum Schiedsgericht eingesetzt. Die favorisierten Erfurterinnen um Kapitän B. Brabetz machten mit dem Gastgeber kurzen Prozess und ließen Nordhausen lediglich 21 Satzpunkte, was aber nicht zur Resignation bei den Gastgeberinnen führte.

Im  zweiten Spiel gingen dann die Suhlerinnen gegen Nordhausen ans Netz. Umgestellt, da einiges ausprobiert werden sollte, begann Suhl hochkonzentriert. Obwohl alle Spielerinnen in allen Belangen mehr als sonst gefordert wurden, lief das Suhler Spiel rund. Sowohl Veränderungen in Aufstellung, Verpflichtung der Mittelblocker in Annahme als auch ungewohnte Zuspiel- sowie Angriffspositionen brachten die Gäste vom Domberg nicht aus dem Rhythmus. Lediglich im dritten Satz musste Trainer Mathias Fritsch zu mehr Disziplin aufrufen, als der Gastgeber länger mithielt. Am Ende ging ein für manche Zuschauer verwirrendes, aber stets kontrolliertes Spiel mit 3:0 (25:16, 25:15, 25:18) an die VfBlerinnen.

Das dritte Spiel des Tages sollte nun der Saisonhöhepunkt der Suhlerinnen werden. Optimal aufgestellt, forderte das motivierte und mutig aufspielende Team um Nachwuchslibera Lilly Schmidt dem Regionalligameister alles ab. "Auf diesem Niveau werden kleine Fehler sofort bestraft." erklärte Trainer Fritsch seinen Mädels bei Auszeit Erfurt und 13:11 für Suhl mit einem Augenzwinkern. Ein spannendes Spiel mit langen und umkämpften Ballwechseln wurde den verbliebenen Zuschauern geboten. Dabei setzte Jennifer Seelig auf Seiten der Suhler die meisten Akzente und brachte die Erfurter Abwehr öfter ins Wanken. Letztlich setzte sich aber der Favorit in drei Sätzen durch, wobei die Südthüringerinnen den Landeshauptstädterinnen gerade in den ersten beiden Durchgängen die Stirn boten und alles abverlangten. Mit 0:3 (22:25, 20:25, 15:25) verlor Suhl das Spiel und Erfurt zog das Los für das Pokalhalbfinale in zwei Wochen.

Resümierend war dieser Samstag ein weiteres Highlight für das Suhler Team. Ähnlich der vergangenen Runde in Pößneck konnte befreit aufgespielt werden. Ohne großen Druck, aber mit der nötigen Disziplin hatten alle sichtlich Spaß am Spiel. Mit einem lachenden und weinenden Auge geht für die Zweite damit eine erfolgreiche Saison zu Ende. Gelang es doch ein Team zuformen, welches in der Thüringenliga gestandene Mannschaften ins Wanken brachte und einen sehr guten 4. Platz erreichte. Im Pokal regierte vor allem der Spaß, was zu gelöstem Auftreten im Spiel und persönlich schönen Erfolgen führte. Der Blick in die Zukunft wird wohl nicht mit dem kompletten Team sein. Durch Ausbildung und Beruf der ein oder anderen wird sich das Bild der Mannschaft sicherlich verändern. Doch klopfen motivierte und junge Talente an, um sich beweisen zu wollen. Ein ganz besonders großer Dank geht an alle, die sich stets bemüht haben am Erfolg der Spielerinnen zu arbeiten, ob Training, Wettkampf oder Fahrten mit persönlichem oder finanziellem Einsatz. Vielen Dank und auf ein neues 2012 / 2013 !!

Es spielten: J. Seelig, S. Menz, M. Eberhard, L. Schmidt, C. Schriever, E. Maschke, J. Haspel